Austausch und Partnerschulen

China-Austausch 2016 – eine gelungene erste Hälfte

Von Maximilian Reinhardt, J11

Wie in den vergangenen Jahren gestaltete sich auch 2016 die erste Hälfte des Austauschprogramms zwischen dem Stiftsgymnasium und der Pekinger „High School No. 12“ als voller Erfolg für beide Seiten. Über eine gelungene erste Halbzeit.

Je 15 deutsche und chinesische Schülerinnen und Schüler absolvierten Anfang Februar ein sechstägiges Austauschprogramm, das darauf ausgelegt war, chinesischen Gastschülern einen Einblick in die deutsche Alltags- und Schulkultur zu geben, kulturelle Vorurteile auf beiden Seiten zu überwinden und die Beziehungen zwischen Schülern, den beiden Schulen sowie den Ländern Deutschland und China zu vertiefen.

Jeder der 15 chinesischen Gastschüler aus Klassenstufe 10 der High School No. 12 in Peking wohnte für die Zeit des Sindelfingen-Besuchs bei der Familie eines deutschen Austauschteilnehmers aus der elften Klasse. Auf Lehrerseite wurde der Austausch von Florian Grosch, Johanna Riepen und Fritz-Herrmann Groß mit Ruhe, Besonnenheit und viel Improvisationstalent koordiniert.

Für die meisten der nach neun Stunden Flug übermüdeten Gäste aus dem Reich der Mitte begann das Programm am Abend der Ankunft in Sindelfingen nach überschwänglicher Begrüßung bereits mit einem Kulturschock – der Konfrontation mit traditionell deutschen/schwäbischen Speisen wie Maultaschen, Rostbraten in den Familien. Weitere kulinarische „Begegnungen der dritten Art“ sollten im Laufe der Woche folgen.

Während der Sonntag größtenteils in den Familien verbracht wurde, besichtigten die Gastschüler am Montag das Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen. Am Dienstag verbrachten Deutsche und Chinesen gemeinsam den Nachmittag in Stuttgart, nachdem den Gästen zuvor ein kleiner Einblick in die deutsche Sprache durch Danwei Zhu-Mittag und Jana Richter gewährt wurde. Der Mittwoch begann mit einer Exkursion in die Tübinger Altstadt – spätestens hier machten sich die ersten Probleme hinsichtlich des Foto-Speicherplatzes unserer asiatischen Gäste breit.

Am Nachmittag folgte für viele das Highlight des Austauschprogrammes – Power-Shopping in der Outlet-City Metzingen. Von Prada-Mänteln über deutsche Sportartikel und Schweizer Uhren hin zu Bergen von Milka-Schokolade – nicht nur unsere Gastschüler genossen die Vorzüge des schwäbischen Konsumtempels in vollen Zügen und kauften ein, was die Zollfreigrenze hergab. Der darauf folgende Donnerstag, letzter gemeinsamer Programmtag, beinhaltete einen Bus-Ausflug zur Burg Hohenzollern, ehe der Besuch der Gäste aus der Volksrepublik feierlich mit dem „Farewell Afternoon“ beschlossen wurde.  Fotocollagen, asiatische Tänze und Volkslieder, virtuose Jo-Jo-Einlagen, Kung-Fu und gemeinsame Spiele im Beisein der Gasteltern stellten einen gelungenen Abschluss dar.

Die Abende wurden zumeist frei von den deutschen Gastschülern organisiert und mit den chinesischen Austauschpartnern in Kleingruppen verbracht. Oft führte das zu unterhaltsamen Erlebnissen wie dem gegenseitigen Bemühen, sich die Sprache des anderen Landes beizubringen. Es wurde über Fußball, Mode, Politik diskutiert oder Versuche unternommen, Chinesen in der Kunst des Weißwurstverzehrs zu unterrichten oder Deutschen die verletzungsfreie Nahrungsaufnahme mit Essstäbchen zu lehren.

Insbesondere diese freie Zeit führte dazu, dass sich den eurasischen Kontinent überspannende Freundschaften entwickelten und sich die Beziehungen zwischen China und Deutschland im kleinen Rahmen eines Schüleraustausches nachhaltiger vertiefen konnten, als dass jedes organisierte Programm oder jeder kulturelle Vortrag es vermocht hätte.

Umso schwerer fiel beiden Seiten der Abschied am Freitagmorgen des 5. Februars, als nicht einmal der aufklarende Himmel die Tränen der 30 Austauschschüler samt Gasteltern trocknen konnte.

Inzwischen überwiegt jedoch die Vorfreude auf die „zweite Halbzeit“ des Schüleraustausches, wenn im Juli der 10-tägige Gegenbesuch der deutschen Schüler an der High School No. 12 in Peking stattfinden wird.

Einem ebenso großen Erfolg voller Erinnerungen und Erlebnisse wie dem Besuch der Chinesen am Stiftsgymnasium steht außer 5 langen Monaten nichts im Weg – oder um es mit einem chinesischen Sprichwort auszudrücken „Wie rasch ist der Abschied genommen, wie lange dauert es bis zum Wiedersehen“.