AG - Arbeitsgemeinschaften

Die Erbtante aus Amerika

Von Anna Baruzzi, Jahrgangsstufe 2

Unterhaltsam, bizarr und chaotisch – so lässt sich das Theaterstück „Die Erbtante aus Amerika“ von Willy Stock am besten in 3 Worten beschreiben. Mit dem Motto „Lügen haben kurze Beine“ hat sich die Oberstufentheater-AG, unter der Leitung von Frau Kühnel, der Herausforderung gestellt, dieses Lustspiel aufzuführen. „Die Erbtante“ erzählt von dem überraschenden Besuch der Tante aus Amerika, welcher immer wieder Lügen mitgeteilt werden, damit Großvater Hans, sein Sohn Karl und sein Enkel Thomas mehr Geld zum Ausgeben haben. Die Lügen drohen jedoch aufzufliegen, als Tante Barbara, samt Tochter Lissy, zurück nach Deutschland kommt, um ihre Verwandten zu besuchen. Dies führt die drei Männer in eine Notlage, in der sie versuchen, die Lügen aufrecht zu erhalten. Dazu werden weitere Frauen gebeten, sie zu heiraten und die eine oder andere Maskerade wird durchgeführt, wobei man(n) sich nicht davor scheut, auch in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Am Ende werden dann alle Unwahrheiten aufgeklärt; vor weiterem Schwindel für Geld warnt Tante Barbara jedoch…

Auf Wunsch des Publikums durften die Schauspieler der Theater-AG ihr Publikum gleich zwei Abende lang, vom 23. bis zum 24. Juni 2016, unterhalten – und dies mit Erfolg! Neben einem ausverkauften Saal gab es bereits nach dem ersten Szenenwechsel und „Blackout“ tosenden Applaus für die Leistungen der angehenden Schauspieler. Besonders die Wende zur Pause, als Yannis Winter in seiner Rolle als „Opa Hans“ jedoch als Frau verkleidet auf die Bühne kam, erntete einige Jubelrufe und große Applaus aus dem Zuschauerraum. Zwar hatte dieser hinter der Bühne Stress durch die geringe Zeit zum Umziehen, konnte jedoch das Publikum mit seinem Auftritt überzeugen. Viele Lacher gab es auch vor allem dann, wenn die Frauen den Männern die schrillsten Kosenamen zuriefen: bei „Grizzlybärchen“ oder „Wuschiwaschibärchen“ konnte sich kaum einer mehr das Lachen verkneifen, sodass man sich wunderte, wie es die Schauspieler selbst schafften ein ernstes Gesicht zu wahren. „Bei den Proben haben wir immer viel improvisiert und auch einiges gelacht; wir haben uns davor sozusagen ‚ausgelacht‘“, verriet Melanie Kätker, die die Rolle der Tante Barbara übernahm. Die Aufführung selbst lief jedoch ohne Improvisation oder Weglassen des Textes, meinte Frau Kühnel; selbst die wenigen Sprachpatzer haben die Schauspieler der Theater-AG gekonnt überspielt. Auch scheuten sie nicht davor, laut zu werden. Als es darum ging, dass Thomas eine Grippe vortäuschen sollte, hat Jens Kienle (in der Rolle des Thomas) nicht gezögert und es so klingen lassen, als wäre die Zombie-Apokalypse ausgebrochen. Schön waren auch die simultanen Bewegungen von Karl und Thomas (Flavius König und Jens Kienle) mit anzusehen, wenn sie ihren beiden Herzensdamen Jasmin Heldmann und Rümeysa Salmanli (in den Rollen von Klara Dipfele und Bärbel Wargele) etwas Kompliziertes erklärten.

Auch die Schauspieler waren sich einig, was die Probenphase angeht: Das Stück wirkt ganz anders, wenn man es aufführt, als wenn man es sich nur durchliest. „Viele Witze haben wir auch erst durch das Publikum gemerkt“, so Melanie Kätker; was einem aber auch mehr als verständlich erscheint: Wenn man sich auf die Aussprache von „Asiaticum Flattermanius Grippalis“ konzentriert, ignoriert man schnell den tieferen Sinn. Selbst die Zuschauer haben zwei-drei Mal gebraucht, bis sie dahinter kamen, dass damit die „asiatische Vogelgrippe“ gemeint war.
Am Ende herrschte auf jeden Fall super Stimmung, sodass auch Frau Kühnel zufrieden sein konnte. Sie hatte das Stück auch aus dem Grund gewählt, damit die Atmosphäre danach nicht so trüb sei, sondern eher fröhlich und entspannt. „Eine Komödie trägt sich eben leichter, auch für die Schauspieler!“, kommentierte die Leiterin der Theater-AG dazu. Und man kann auch die Auswirkungen davon sehen: Jeder der Schauspieler diesen Jahres möchte mit Theater weitermachen, ob in der Schule und in der AG oder gar im Studium – das Spielen hat ihnen allen sehr viel Spaß bereitet und ihnen sogar als Art Balance zum Schulstress gedient.

Es spielten: Yannis Winter, Flavius König, Jens Kienle, Melanie Kätker, Loretta Trianni, Jasmin Heldmann und Rümeysa Salmanli, Regie führte Petra Kühnel und das Plakat erstellte Simon Zhang.

Wir, von der Schülerzeitung, möchten der gesamten Theater-AG auf jeden Fall gratulieren und uns erneut herzlich für die unterhaltsame Aufführung bedanken!