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Dit is Berlin – Studienfahrt in die deutsche Hauptstadt

In der Woche vor den Pfingstferien fanden die diesjährigen Studienfahrten statt. Eine Gruppe von 24 Schülerinnen und Schülern reiste unter der Leitung von Deniz Tekin und Florian Grosch bereits am Sonntagnachmittag nach Berlin, per Flugzeug mit der Deutschen Bahn. (Ja, das geht.)

Die Schülerinnen und Schüler besuchten in der Woche nicht nur zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Sie gewannen auch Einblicke in unterschiedliche Berliner Stadtteile und ein paar interessante Berliner Lebensläufe. Neukölln wurde ihnen von einer Einheimischen näher gebracht, die etwas über den Wandel des Viertels in den letzten zehn Jahren erzählte und wie Menschen unterschiedlichster Herkunft hier auf engstem Raum zusammenleben.

Im Auswärtigen Amt klärte ein Mitarbeiter über die Möglichkeiten und Herausforderungen des diplomatischen Dienstes auf. Alle drei bis vier Jahre wird hier der Arbeitsplatz gewechselt: Deutsche Botschaft Tokio, Auswärtiges Amt Berlin, Deutsche Botschaft Washington, Deutsche Botschaft Kinshasa, … eine interessante Aufgabe, die aber nicht immer ganz einfach mit einem geordnetem Familienleben vereinbar ist.

Das Leben der Obdachlosen am Bahnhof Zoo brachte der Gruppe der ehemalige Obdachlose Dieter näher, inzwischen ehrenamtlicher Führer bei der Organisation querstadtein. Er berichtete von Herausforderungen anderer Art, etwa wie man einen kalten Winter ohne Wohnung übersteht oder einen Schlafplatz findet, der sicher und vor neugierigen Blicken geschützt ist.

Im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen führten Zeitzeugen durch den Gebäudekomplex, die selbst, etwa wegen „versuchter Republikflucht“, Insassen des Gefängnisses waren. Sie brachten den Schülerinnen und Schülern das Leben im Unrechtsstaat DDR näher und berührten mit ihren persönlichen Schicksalen.

Die Woche brachte zudem Stadtrallyes, Grillen im Park, Museums- und Theaterbesuch, eine Stippvisite im Bundestag beim Sindelfinger Abgeordneten Dr. Florian Toncar und viel Wissenswertes über das Überleben in der Großstadt, etwa dass man seinen Döner besser aufisst, wenn man keinen Ärger will  und dass man bei Sicherheitskontrollen besser keine Handschellen im Rucksack transportiert. Und wenn man im Bundestag auf der Besuchertribüne sitzt, erwischt einen die Kamera nicht immer im passenden Moment.