Über die Schule hinaus

StiftsForFuture

von Schüler*innen der Klassenstufe 11

„I don’t want your hope. I don’t want you to be hopeful. I want you to panic …
and act as if the house was on fire.”
– Greta Thunberg

Doch wo bleibt die Feuerwehr?

Auf die können wir noch lange warten. Denn leider haben wir keine Feuerwehr, die den Klimawandel -oder besser gesagt die Klimakrise- bekämpfen könnte. Wir haben nur uns selbst, die wir verantwortlich sind für die weltweiten klimatischen Entwicklungen. Die seit der Industrialisierung produzierten Treibhausgase führen durch den Treibhauseffekt zu einer stetigen Erwärmung unserer Erde. Schon heute sehen wir, welche Folgen die von uns Menschen ausgelöste globale Erwärmung hat. Naturkatastrophen, ein steigender Meeresspiegel, Permafrostböden, die tauen und Treibhausgase freisetzen, Dürrekatastrophen und damit verbundene Hungersnöte und, und, und. Schon heute müssen Millionen von Menschen aufgrund von Umweltproblemen ihre Heimat verlassen. Wie sieht es dann erst in 20, 30 oder 40 Jahren aus? Wenn wir wollen, dass auch noch unsere Kinder in einer Welt leben können, wie wir sie kennen, müssen wir handeln. Jetzt. Jeder einzelne, aber auch die Politik. Wir müssen unser Verhalten und unseren Konsum im Einzelnen ändern, aber auch das ganze System. Wir brauchen eine Klimapolitik, die die Klimakrise ernst nimmt und durch die die in Paris beschlossenen Klimaziele eingehalten werden. Und diesen Wandel der Politik brauchen wir nicht erst in zehn Jahren. Nein, wir brauchen ihn jetzt, bevor es zu spät ist!

Dafür streiken weltweit seit Monaten freitags Schüler und fordern Politiker auf, endlich zu handeln. Am 15. März waren es weltweit eineinhalb Millionen junge Menschen, die für ihre Zukunft auf die Straße gingen – und wir waren dabei, zusammen mit weiteren dreitausend engagierten Schüler*innen in Stuttgart, denn wir sind genau wie Greta Thunberg der Meinung, dass es brennt.

Doch was kann jeder Einzelne tun, um die Klimakrise zu bekämpfen, während die Politiker auf sich warten lassen? Was können wir als Schule machen, zum Schutz der Umwelt?

Tatsächlich hat jeder Einzelne zahlreiche Möglichkeiten umweltschonender zu leben. Hauptsächlich durch das Schonen von Ressourcen. Beginnend mit dem Sparen von Energie im Haushalt, zum Beispiel beim Heizen, oder mit dem Sparen von Wasser, aber auch durch das Minimieren der Unmengen an Müll, die jeder täglich produziert. Dabei ist vor allem Plastik umweltschädlich, da es kaum natürlich abbaubar ist, weshalb es leider häufig in unseren Meeren landet. Deshalb sollte man zum Beispiel bei Verpackungen, Einwegprodukten und Kleidungsstücken auf Plastik verzichten. Mehrweg statt Einweg! Der Müll, der sich dennoch nicht vermeiden lässt, sollte dann zumindest getrennt werden, damit wenigstens ein Teil recycelt werden kann. Es gibt mehr als nur eine Restmülltonne!

Auch durch eine bewusstere Ernährung und bewussteres Einkaufen können wir unserer Umwelt Gutes tun und viel CO2 und Wasser sparen. Dabei sollte man konkret zwei Grundsätzen folgen: Zum einen saisonal, regional und BIO einkaufen, zum anderen weniger und dafür besseres Fleisch konsumieren. Bevor das Fleisch nämlich auf unseren Tellern landet, werden Unmengen an Wasser und Fläche benötigt und ein bedeutender Teil der weltweiten Treibhausgase freigesetzt.  Übrigens kann man auch auf Mineralwasser in Flaschen verzichten, schließlich ist die Qualität des Leitungswassers in Deutschland hervorragend. Ein größtenteils unterschätzter Faktor für den persönlichen ökologischen Fußabdruck ist das Fliegen. Zwar kann Fliegen heutzutage wahnsinnig billig sein, doch ist der Preis für die Umwelt umso höher. Dagegen erscheint sogar das Auto als umweltfreundlich. Noch viel besser sind selbstverständlich öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad.

Neben all diesen Maßnahmen im persönlichen Alltag sollten wir natürlich nicht davor Halt machen, unsere Mitmenschen auch vom Umweltschutz zu überzeugen.

Als mit dem EMAS-Zertifikat ausgezeichnete Schule nimmt das Stiftsgymnasium bereits viele Möglichkeiten für Umweltschutz wahr. So haben wir beispielsweise einen Schülerladen, der nachhaltige Schulmaterialien verkauft und eine Umwelt-AG, die in der vergangenen Woche zahlreiche alte und kaputte Handys gesammelt hat, damit die wertvollen Rohstoffe wiederverwendet werden können. Doch auch an unserer Schule ist noch viel Luft nach oben. Man bedenke beispielsweise den hohen Konsum von Fleisch in unserer Schulmensa. Warum gibt es Joghurt und Pudding zum Nachtisch aus dem Plastikeinwegbecher? Und warum müssen wir in jeder Pause den in drei Schichten Plastik verpackten Fertigsalat bei Aldi kaufen?

Uns ist die Welt von morgen wichtig, denn in ihr müssen wir und die nachfolgenden Generationen leben. Haben unsere Kinder und Kindeskinder nicht dasselbe Recht auf eine intakte Welt? Wer will den nächsten Generationen erklären, dass ihre Welt von Hunger und Leid geprägt ist, nur weil wir und die heutigen Politiker nicht ihre Komfortzone verlassen haben und nicht handelten. Wir sind vielleicht die letzte Generation, die die Klimakrise in den Griff bekommen könnte. DOCH DAFÜR MÜSSEN WIR JETZT HANDELN.

Um dies zum Ausdruck zu bringen, haben wir die Vision, uns als gesamte Schule an einem Freitag Greta Thunberg anzuschließen und in Sindelfingen für Umweltgerechtigkeit zu demonstrieren. Wir können als Einzelne umweltbewusst handeln, doch letztendlich brauchen wir einen politischen Wandel.

Wer den Klimawandel jedoch leugnet oder die engagieren Schüler als Schulschwänzer bezeichnet, lenkt nur vom eigentlichen Thema ab: ES BRENNT.