Soziales Lernen, Umwelt

Auszeichnung des Stiftsgymnasiums als „Fairtrade-School”

von Ravan von Göler

 

Auch wenn momentan andere Themen dominanter sind, lohnt es sich stets an die Relevanz und Bedeutung von Fairtrade zu erinnern. Zum Anlass dafür nimmt dieser Artikel die jüngste Auszeichnung des Stiftsgymnasiums als „Fairtrade-School”.

Ziel der Initiative ist es, Schulen für nachhaltige Projekte zu motivieren und Schülerinnen und Schüler für fairen Handel zu sensibilisieren. Eine Grundlage hierfür bietet die Vernetzung mit anderen Fairtrade-Schools und Fairtrade-Towns. Seit 2012 werden Schulen, die entsprechende Kriterien erfüllen, mit dem Titel „Fairtrade-School“ ausgezeichnet.

Eines der Kriterien ist ein aktives Schulteam, welches Projekte zum fairen Handel organisiert und betreut. Dieses haben wir als Stifts in Form unseres Umweltteams, in welchem sich Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrer neben den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit am Stiftsgymnasium auch mit fairem Handel beschäftigen.

In unserem „Fairtrade-Kompass“ legen wir als Stiftsgymnasium die Ziele für die kommenden Jahre dar: Wir möchten auch weiterhin in Kooperation mit dem Weltladen Sindelfingen sowohl im Fair-o-mat als auch bei weiteren Aktionen oder in unserer Schulkollektion faire Produkte verkaufen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika leisten.

Außerdem soll der Themenkomplex Fairer Handel auch im Unterricht behandelt werden. Bei uns am Stifts geschieht dies in unterschiedlichen Fächern und Stufen, wie beispielsweise Geographie und Religion, und über alle Klassenstufen hinweg.

Das vermutlich wichtigste Kriterium ist aber, zu zeigen, dass man auf Worte auch Taten folgen lässt. Am Stiftsgymnasium hatten wir in der Vergangenheit bereits diverse Projekte zu Fairtrade, wie beispielsweise die Mango-Aktion oder den Verkauf von fair gehandelten Produkten am Nachhaltigkeitstag oder beim Schulfest.

Bislang haben rund 730 Schulen in Deutschland den Titel „Fairtrade-School“ und wir sind froh und stolz, neuerdings dazuzugehören und hoffen, damit ein Zeichen für den Stellenwert fairen Handels zu setzen.

Fairtrade sichert vielen Bauern und deren Familien die Lebensgrundlage, indem es dafür sorgt, dass die Bauern nicht von Zwischenhändlern ausgebeutet werden, sondern einen fairen Preis für ihre Waren erhalten. Aber das Engagement von Fairtrade geht noch weiter, so werden lokalen Zusammenschlüssen von Bauern Gelder zur Verfügung gestellt, mit denen die Bauern Projekte oder Infrastruktur finanzieren können. Über die Verwendung dieses Geldes dürfen die Bauern selbst entscheiden und gebrauchen es beispielsweise zum Errichten eines Brunnens, zum Renovieren einer Schule oder für den Bau von sanitären Anlagen. 

Dies zeigt, was für einen großen Unterschied es machen kann, zu einem fair gehandelten Produkt im Supermarkt zu greifen und sich damit gegen Ausbeutung und für neue Chancen und Möglichkeiten von Bauern einzusetzen.