MINT - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, NwT - Naturwissenschaft und Technik

Schüler nutzen Corona-Phase, um Discos zu programmieren

von Nicole Schneider

 

Bericht aus dem NwT Unterricht der 7d (Unterricht bei Frau Schneider, Gerhard Hörbe, Markus Dörfler)

Nicht nur das Gesundheitssystem und die Wirtschaft standen angesichts der Coronakrise vor großen Herausforderungen. Auch in der Schule mussten plötzlich Lösungen gefunden werden, um den Schülerinnen und Schülern Unterricht von zu Hause aus zu ermöglichen. Besonders im Fach NwT (Naturwissenschaft und Technik) steht das praktische Arbeiten in Form von Planen, Konstruieren und Durchführen eines Projektes im Vordergrund. Desto größer war demnach auch die Herausforderung als es hieß, dass die Schule vorerst geschlossen bleibt. Kreative Lösungen mussten schnellstmöglich gefunden werden.

Schülerinterview:

Wie hast du dich beim Lockdown gefühlt?

Zuerst habe ich mich gefreut, weil ich dachte, dass ich jetzt lange Ferien habe und entspannen kann. Damals habe ich aber auch noch nicht daran geglaubt, dass die Schule so lange geschlossen bleibt. Irgendwann wurde es dann nur noch nervig den ganzen Tag allein vorm Computer zu sitzen und Aufgaben zu bearbeiten.

Wie sah der Unterricht aus?

In den meisten Fächern haben wir am Anfang der Corona-Phase Ende März Aufgabenpakete per Mail bekommen, die wir in der Woche erledigen sollten. In NwT wurde von Beginn an über MS Teams unterrichtet, was für mich sehr abwechslungsreich war, da man, unter anderem auch in Gruppenarbeiten, ins Gespräch mit den Mitschülern kam.

Nikita: „ In NwT haben wir sehr viel Unterricht gemacht, aber das war auch gut so, weil wir so sehr viel lernen konnten.“

Nathanael: „ Ich fand den Online-Unterricht sehr gut, weil ich mich von daheim viel besser konzentrieren konnte und mir die Zeit selbst viel besser einteilen konnte.“

Edwin: „Die Grundlagen der Programmierung konnte ich dann auch in den Ferien nutzen, um meine eigenen Projekte zu entwerfen, um meine Langeweile während der Corona-Zeit zu bekämpfen.“

 Nach den Pfingstferien haben dann alle Lehrer auf Teams umgestellt. In den meisten Fächern wurde eine Stunde reine Theorie unterrichtet, dann sollten wir eine Stunde Aufgaben in Einzelarbeit machen.

Wie bist du bei dem Projekt vorgegangen?

Bevor wir mit dem Projekt beginnen durften, mussten wir einen Startbericht abgeben. Darin sollten wir unseren Plan für das Projekt beschreiben und uns über die Funktionen Gedanken machen.

Aditya: „Den Motor haben wir nicht im Unterricht besprochen, deshalb habe ich mir einige Informationen noch aus dem Internet geholt. Bei Problemen konnte ich mich jederzeit an die Lehrer wenden, die mir auch außerhalb der Unterrichtszeiten versucht haben über Teams zu helfen.“

Was hat am meisten Spaß gemacht?

Ina: „Am Anfang war ich ziemlich überfordert mit dem Projekt, aber als ich die ersten Erfolge gesehen habe und mein Programmcode auf dem Arduino das gemacht hat, was es sollte, hat es richtig Spaß gemacht weiter zu arbeiten und das Projekt an einigen Stellen zu optimieren.“

Nikita: „ Ich fand den Unterricht und das Projekt viel lustiger als normalen Unterricht, weil ich dabei kreativ werden konnte. Am Anfang war es schwer reinzukommen, aber sobald man sich eingearbeitet hatte, ging es sehr viel schneller.“

Nele: „Ich habe mich dazu entschlossen die Box nicht aus einem Schuhkarton zu bauen, sondern mit Begleitung meines Vaters aus Holz zu bauen. Dabei durfte ich die neue Säge meines Vaters benutzen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.“

 

Fazit:

Unsere Schülerinnen und Schüler konnten von Beginn des Lockdowns im März von Online-Unterrichtskonferenzen profitieren. In den zwei Doppelstunden pro Woche konnten mit Online-Konferenzen neue Inhalte erklärt werden und direkt in einer Übungsphase angewendet und geübt werden. Das entsprechende Material- einen Arduino Nano, etliche elektronische Bauteile, Sensoren und bei Bedarf einen Laptop- wurden den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Lockdowns nach Hause gebracht. Zusätzlich zu den vier wöchentlichen Unterrichtsstunden wurde einmal in der Woche eine Sprechstunde eingeführt, bei dem individuell auf Probleme eingegangen werden konnte.

 Nach Einüben der Grundlagen war nun die Kreativität der Schülerinnen und Schüler gefragt. Nach den Pfingstferien sollten sie eine Disco (Lichteffekte, Sound, Einfluss durch Sensoren) in einem Schuhkarton selbst gestalten und programmieren. Dabei wurden einige Mindestkriterien gesetzt. 

Von heute auf morgen wurden die Schülerinnen und Schüler in eine völlig neue Situation geworfen. Kein Präsenzunterricht bedeutet auch kein direkter Kontakt mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern zu haben. Desto wichtiger war es, den Schülerinnen und Schülern Struktur zu geben und den Kontakt untereinander zu ermöglichen. Dies gelang uns über Online-Unterricht über Microsoft Teams. Das Projekt brachte den Schülerinnen und Schülern die notwendige Abwechslung im tristen Corona-Alltag und ermöglichte es, der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Die Projekte waren ein voller Erfolg, bei denen die Schülerinnen und Schüler über ihre eigenen Grenzen hinausgewachsen sind! Neben Lichteffekten, Sensorinput und Tönen über einen Lautsprecher, wurde sogar ein Motor eingebaut, der eine Tür zur Disco öffnet.

Nebenbei wurden die Schülerinnen und Schüler zu MS-Teams Spezialisten- wir hörten von einem Elternteil, dass ihr Kind Teams nun besser beherrscht als sie selbst in ihrem Firmen-Homeoffice.

Einige der Schülerinnen und Schüler waren so begeistert von dem Projekt, dass sie die Arduinos übernommen haben und sich nun hobbymäßig damit daheim beschäftigen.

 

           

 

Links zu den Videos:

https://youtu.be/NdJAD8nZnVY

https://youtu.be/_UENmFWwj2M

https://youtu.be/-64g5iszAQw

https://youtu.be/FSnvle3UP4U