Anne Frank: Ein Mädchen, das in ihrem Tagebuch weiterlebt

18. Juli 2026

Anne ist ein ganz normales Mädchen. Sie liest viel, spielt oft draußen, fährt gerne Rollschuh und trifft sich regelmäßig mit ihren Freund*innen zum Eisessen oder im Kino. Doch dann kommen erste Einschränkungen und Verbote – Anne und ihre Familie dürfen z.B. keine öffentlichen Parks mehr besuchen –, sie muss die Schule wechseln, erlebt häufiger Schikane und Beleidigungen. Der Grund: Anne ist Jüdin. Als den jüdischen Einwohnern in den Niederlanden – wo Annes Familie bereits 1933 hinzog – von den deutschen Besatzern immer mehr Rechte entzogen werden und ihnen die Verhaftung droht, zieht sich Annes Familie im Sommer 1942 ins Hinterhaus der Firma von Vater Otto zurück. Da ist Anne gerade 13 – und von da an ändert sich für sie alles. Sie beginnt in ihrem Versteck vor den Nationalsozialisten Tagebuch zu schreiben, und schafft eines der bedeutendsten Zeugnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: Das Tagebuch der Anne Frank.

Welche Sorgen und Ängste, aber auch alltäglichen Probleme dieses junge Mädchen über zwei Jahre in ihrem Versteck vor den Nationalsozialisten begleiteten, war vor Kurzem eine Woche Thema im Deutsch-Unterricht der 8d. Im Rahmen des „Anne Frank Tags“, der jährlich in Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit stattfindet, stiegen die Schüler*innen tief ein in Annes Geschichte: Sie informierten sich unter anderem mit Hilfe des Materials des Anne Frank Zentrums über die Zeit des Nationalsozialismus, lasen Tagebuch-Einträge von Anne und machten einen virtuellen Rundgang durch das Hinterhaus, das der Familie Frank bis zu ihrer Enttarnung und Verhaftung im August 1944 Schutz geboten hatte.

Am Ende ihrer Recherche gingen die Jugendlichen dann noch kreativ zu Werke: Sie wählten eine Textstelle aus Annes Tagebuch, die für sie eine besondere Bedeutung hat, und setzten diese als Bild oder Comic in Szene – ohne natürlich den ernsten Kern von Annes Geschichte zu vergessen. Mehrere Schüler*innen entschieden sich dabei für das Zitat „Papier ist geduldiger als Menschen“: Eine Stelle, die Annes intensive Beziehung zu ihrem Tagebuch deutlich macht, in dem sie fast 200 Tagebucheinträge festhielt – in einer Zeit, in der sie als Jüdin kein normales Leben mehr führen konnte.

Die Ergebnisse der Anne-Frank-Wochenplanarbeit der 8d sind ab sofort auf Stellwänden vor dem naturwissenschaftlichen Trakt zu sehen.

Text und Fotos: Joschua Wiedmann

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