Wie schafft man eine lebendige und demokratische Schulkultur, in der sich alle wohlfühlen und gut lernen können? Am 6. und 7. November kümmerte sich eine Delegation aus Stifts-Schüler*innen und -Lehrkräften bei zwei Workshop-Tagen in Schwäbisch-Gmünd um genau diese Frage.
Der Schulgemeinschaft des Stiftsgymnasiums liegt der Gedanke der lebendigen Gestaltung der Demokratie sehr am Herzen. Wenn Diskriminierung und Rassismus zunehmen, merkt man, wie wichtig Demokratie eigentlich ist – denn sie lebt davon, dass wir uns einsetzen und Haltung zeigen.
Anfang November waren Vertreter*innen der Schüler- und Lehrerschaft zu einem Workshop nach Schwäbisch Gmünd eingeladen, der sich genau mit unserem Schwerpunktthema beschäftigte. Als Zukunftsschule Demokratiebildung und Teil des Netzwerks Demokratie und Werte (er)leben bot uns die Veranstaltung eine großartige Gelegenheit, uns mit anderen Schulen zu vernetzen und neue Impulse mitzunehmen.



Unter dem Motto „Demokratiebildung konkret – Wir gestalten unsere Schule gemeinsam“ tauschten wir – Teah, Feli, Lukas und Tim aus der Schüler*innenvertretung gemeinsam mit Frau Kußler als Schulleiterin sowie Frau Mäusling und Herrn Wiedmann aus dem Kollegium – uns am 6. und 7. November aus und entwickelten konkrete Projekte.
Als wir am Donnerstagmittag in Schwäbisch Gmünd ankamen, ging es nach einer Vorstellungs- und Dialogrunde zuerst darum, wie man das Umfeld in der Schule positiv verändern und neu gestalten kann. Viele Impulse dazu haben wir in einer kurzweiligen Präsentation von einem Schulleiter aus Kirchheim bekommen: Von der Gestaltung des Lehrerzimmers bis hin zum pädagogischen Tag hat sich in seiner Realschule in den letzten Jahren viel getan – dazu kommt, dass fast jede Entscheidung von der Schulgemeinschaft per Abstimmung festgelegt und umgesetzt wurde.


Auch beim Spielabend war Demokratie erlebbar: Im Rollenspiel Werwölfe ging es darum, das Dorf durch geschickte Abstimmungen und taktisches Vorgehen von den Werwölfen zu befreien.
Am Freitag ging es dann nach einem reichhaltigen Frühstück (und viel Kaffee) direkt weiter: Wir hatten die Wahl zwischen verschiedensten Seminaren, in denen wir noch mehr Anregungen zur Gestaltung der Demokratie gewinnen konnten. Nach einer mehrere Stunden langen Planungsphase innerhalb der Stifts-Delegation und einer Kaffeepause mit allen gemeinsam ging es dann am Mittag an die Vorstellung unseres Fortschritts vor der ganzen Gruppe.




Wir haben mit farbigen Kärtchen auf einer Leinwand die Schritte dargestellt, die wir gehen müssen, um unsere Schule zu einem Ort zum Wohlfühlen zu machen. Teilweise sind die Hürden dazu relativ leicht zu überwinden, zum Beispiel wenn es darum geht, dass die Rollen der Klassensprecher oder anderer gewählter Ämter transparenter gemacht werden müssen.




Ich persönlich fand die Veranstaltung in jeder Hinsicht gelungen. Die vielen Anregungen haben uns inspiriert, die netten Gespräche beim Essen waren aber genau so nützlich, um auch mit anderen Lehrkräften, Schüler*innen oder auch Schulleitungen auf Augenhöhe in Kontakt zu treten bei einem Thema, das uns alle betrifft: nämlich dem Schutz unserer Demokratie und der Herstellung einer partizipativen Schulkultur!
Text: Tim Hämmerling (10a)
Fotos: Sanne Mäusling, Joschua Wiedmann
