Engagiert für die Weltpolitik – das Stiftsgymnasium bei MUNOG 2025

12. November 2025

Einige Schüler*innen durften in diesem Jahr wieder das Stiftsgymnasium bei MUNOG vertreten. Aber was ist MUNOG überhaupt?  MUNOG (Model United Nations Of Goldberg) ist ein mehrtägiges Event, das jährlich am Goldberg-Gymnasium stattfindet. Dort treffen sich Schüler*innen und Ehemalige aus aller Welt, um gemeinsam die Vereinten Nationen zu simulieren und in verschiedenen Komitees über spannende Themen zu diskutieren.

Der diesjährige Fokus lag auf Feminismus und Frauenrechten und wurde von der diesjährigen Generalsekretärin Lilith Fais in der Eröffnungszeremonie vorgestellt. Dort hörten wir auch Reden von Markus Kleemann und vom ehemaligen Vertreter der BRD in der UN und Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen.

Ich, Amar Karamovic (10b), war im SPECPOL Committee und vertrat das Land Panama. Unser Thema war, wie man radioaktiven Müll in Entwicklungsländern sicher lagert, durch meine ausgezeichnete Leistung erwarb ich einen Preis (Honorable Mention). Für unsere endgültige Resolution hielt ich noch eine Rede vor allen Delegationen und Chairs. Am Ende wurde für unsere Resolution gestimmt.

Dieses Jahr wurde in MUNOG erstmals das HCC (Historical Crisis Committee) ausprobiert. Dieses besteht aus einem Frontroom und einem Backroom. Im Frontroom haben wir miteinander debattiert und Richtlinien erlassen, während wir im Backroom Briefe an ausländische Politiker, Generäle, Geheimdienste und Truppen schrieben, um das nächste Krisen-Update zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Dort sitzen zwei weitere Chairs, die unsere Briefe annehmen und beantworten und entsprechende Krisen-Updates schreiben, um uns Stoff zum Diskutieren zu geben.

Im Komitee spielte ich (Henrik Pohl, J2) Jusuf Zejnullahu, einen kosovarischen Politiker. Da wir historische Gegebenheiten nachspielten, haben wir uns auf den 14. Kongress der Liga der jugoslawischen Kommunisten zurückversetzt. Dort habe ich mit anderen Schülern, die unter anderem die Rollen serbischer, bosnischer, slowenischer und kroatischer Politiker annahmen, versucht, friedliche Lösungen für die Konflikte in Jugoslawien zu finden und gleichzeitig die Interessen meines Volkes durchzusetzen. Wir wurden beispielsweise mit der Überflutung weiter Landesteile, Intrigen, Medienmanipulation und Waffenlieferungen konfrontiert. Zudem forderte ich die Autonomie des Kosovo und Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina wollten vollständig unabhängig werden. Schlussendlich kam es nicht zu einer Unabhängigkeit und viele Politiker sind ins Exil geflohen. Somit wurde nur das serbische Interesse eines vereinten Jugoslawiens erfüllt.

Doch MUNOG besteht bei Weitem nicht nur aus den Debatten. Man knüpft Kontakte in alle Ecken der Welt und lernt viel über die Kulturen anderer Länder – besonders, wenn man selbst einen Gastschüler aufnimmt. Schon am ersten Tag gingen wir mit unserem Komitee gemeinsam essen und trafen uns anschließend alle wieder am Böblinger See. Am zweiten Tag folgte die offizielle MUNOG-Party in Stuttgart.

Auch an den übrigen Tagen gab es immer wieder informelle Treffen und zahlreiche Gelegenheiten, sich auszutauschen oder gemeinsam zu feiern. Aber auch aus einer akademischen Perspektive bietet MUNOG viele Vorteile. Durch Reden und aktive Beteiligung an den Debatten, aber auch bei informellen Gesprächen kann man sein Englisch in Text und Sprache verbessern und debattieren lernen. Zudem bekommt man ein Zertifikat über die Teilnahme.

Gleichzeitig öffnet MUNOG die Tür zu vielen weiteren MUNs in Europa und der Welt.

Wir danken dem Goldberg-Gymnasium für die erneute Einladung und Herrn Bisinger für seine Unterstützung und hoffen, dass das Stiftsgymnasium auch nächstes Jahr wieder vertreten sein wird.

Text: Henrik Pohl (J2) und Amar Karamovic (10b)

Bilder: Julian Bisinger

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