„Maximale Perspektive“ – unter diesem Motto stand in diesem Jahr der Wettbewerb Jugend forscht/Jugend forscht Junior. Nach dem Regionalentscheid am 26. und 27. Februar 2026 in der Stadthalle Sindelfingen wird deutlich: Mit ihren vielfältigen, kreativen und beeindruckenden Projekten haben unsere Schüler*innen diese maximale Perspektive eindrucksvoll und mit großem Engagement unter Beweis gestellt.
Insgesamt war das Stiftsgymnasium mit sieben Schülergruppen in sechs unterschiedlichen Fachbereichen vertreten. Alle teilnehmenden Stiftsschüler*innen wurden von der Jury mit Urkunden und Preisen ausgezeichnet und für ihre Leistungen vielfach gelobt – eine schöne und verdiente Anerkennung für ihr großes Engagement.




Darüber hinaus durfte sich das Stiftsgymnasium nicht nur über den Schulpreis für die Teilnahme mit mindestens vier Wettbewerbsarbeiten freuen, sondern wurde in diesem Jahr zusätzlich mit dem MINTSPACE-Schulpreis geehrt.


Herzlichen Glückwunsch an Daria Dragan (5b), Smriti Patil (5c), Junyan Huang, Felix Liu, Litao Mei, Shizhen Wang, (alle 5d), Lang Feng (6d), Lin Ding, Stefan Bui (beide 7c) und Fabian Then (J1) zu diesem großartigen Erfolg! Wir sind sehr stolz auf euch und danken euch für euren beeindruckenden Forschergeist und eure spannenden Projekte, mit denen ihr neue Perspektiven eröffnet und faszinierende Einblicke in bislang unbekannte Zusammenhänge ermöglicht habt.
Ein herzliches Dankeschön gilt auch allen Familien unserer Jungforscher*innen, die ihre Kinder mit Interesse begleitet, unterstützt und immer wieder zum Weitermachen ermutigt haben.
Ebenso danken wir dem Jugendforschungszentrum für die Möglichkeit, die Projekte dort regelmäßig weiterzuentwickeln, sowie die freundliche Unterstützung und die gespendeten T-Shirts.
Unsere Jungforscher*innen und ihre Arbeiten:
Daria Dragan, 5b, Fachgebiet Biologie
Wie mein Hund mit mir spricht, Beobachtung und Knopf-Kommunikation mit Bella
Darias Hund Bella liebt Leckerlis – doch manchmal möchte er einfach nur nach draußen oder etwas trinken. Für Daria waren Bellas Signale nicht immer eindeutig zu deuten. Deshalb entwickelte sie die Idee, drei unterschiedlich programmierte Knöpfe (Leckerli, Wasser, draußen) einzusetzen und diese gezielt mit Bella zu trainieren.
Mit großer Geduld und Aufmerksamkeit dokumentierte Daria ihre Trainingsmethoden, Fortschritte, Rückschläge und weiterführenden Überlegungen in einer hervorragend strukturierten Ausarbeitung. Ergänzt wurde diese durch ein sorgfältig geführtes und vorbildliches Forschertagebuch, das eindrucksvoll zeigt, wie Forscher*innen arbeiten. Auch in ihrer lebendigen und überzeugenden Präsentation spürte man ihre Begeisterung für das Projekt.

Für ihren besonderen Forschergeist und ihre engagierte Arbeitsweise wurde sie von der Jury mit einem Sonderpreis ausgezeichnet: einem Jahresabonnement der Zeitschrift Geolino.
Smriti Patil, 5b, Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften
CO2-Messungen in unserer Stadt, Lösungen für eine saubere Atmosphäre
In Dokumentationen und Zeitungsartikeln stieß Smriti immer wieder auf Berichte über zu hohe CO₂-Werte. Daraus entwickelte sich ihre Frage, ob diese erhöhten Werte tatsächlich überall auftreten – und wie sie sich gegebenenfalls reduzieren lassen.
Mit zahlreichen Messungen an verschiedenen Orten in Sindelfingen ging sie dieser Fragestellung sehr gewissenhaft und ausdauernd nach. Ihre Ergebnisse wertete sie sorgfältig aus, stellte sie in übersichtlichen Grafiken dar und machte dabei auch komplexe Zusammenhänge nachvollziehbar.
Besonders beeindruckte die Jury, mit welcher Klarheit und Struktur Smriti dieses anspruchsvolle Thema bearbeitete und verständlich präsentierte. Beispielhaft dafür war ihr kreativer Versuchsaufbau mit einem Gummibaum, Algen, einem selbstgebauten Messzylinder und einem CO₂-Messgerät. Anschaulich und spannend verknüpfte sie dabei alltägliche Vorgänge mit dem Kohlenstoffkreislauf.

Für ihre herausragende Arbeit wurde Smriti mit dem zweiten Preis im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften ausgezeichnet.
Litao Mei, Junyan Huang (beide 5d), Lang Feng (6d), Fachgebiet Technik
Obstkontrolle mit dem Farbsensor
Bleibt Obst zu lange liegen, beginnt es zu faulen oder zu schimmeln. Doch schon vorher können sich Stellen bilden, die nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. Zu Hause lässt sich das meist mit einem Blick erkennen. In großen Produktionsbetrieben jedoch, in denen enorme Mengen Obst weiterverarbeitet werden, stellt die Qualitätskontrolle eine große Herausforderung dar – oft verbunden mit hohem personellem Aufwand.
Warum also nicht eine Maschine diese Aufgabe übernehmen lassen? Mit dieser Frage gingen unsere drei Jungforscher motiviert und ideenreich an den Start. Mithilfe eines Farbsensors analysierten sie verschiedene Obstsorten, bestimmten RGB-Vergleichswerte und testeten systematisch, wie sich Reife- und Verderbsprozesse in den Messdaten widerspiegeln.
Wer nun wissen möchte, welche RGB-Werte eine gut schmeckende Banane oder Mandarine aufweist – und ab wann man besser die Finger davon lässt –, sollte sich an Litao, Junyan und Lang wenden.

Die Jury zeigte sich besonders beeindruckt vom ausgeprägten technischen Verständnis der drei. Souverän und anschaulich erklärten sie die Funktionsweise des Sensors und die zugrunde liegende Technik – mit einer Selbstverständlichkeit, die großen Respekt verdient. Belohnt wurden die drei mit einem Sonderpreis, der drei Kosmos-Kästen enthielt.
Felix Liu, Shizhen Wang, (beide 5d), Fachgebiet Arbeitswelt
Warum ist das so? Bahnverspätung und Fahrplan-Optimierung im Raum Stuttgart
Ständig verspätet sich die S-Bahn – und schon beginnt der Schultag mit Hektik. Diese Erfahrung brachte zwei Jungforscher auf eine Idee. Da sie sich ohnehin leidenschaftlich für Züge begeistern, nahmen sie sich der anspruchsvollen Aufgabe an, Fahrpläne zu analysieren und zu optimieren.
Mit Skizzen, Spielzeugautos und detailreichen Modelleisenbahnen stellten Felix und Shizhen typische Situationen nach, die im Bahnverkehr zu Verzögerungen führen können. Schritt für Schritt untersuchten sie Engpässe und entwickelten anschauliche Lösungsvorschläge.

Die Jury zeigte sich besonders angetan vom großen Engagement der beiden im Modellbau: In jeder freien Minute erweiterten sie ihre Strecken und testeten neue Szenarien im laufenden Betrieb. Für ihre kreative und ausdauernde Arbeit wurden sie mit einer Urkunde ausgezeichnet – und mit zahlreichen interessierten Besucher*innen, die von ihrem außergewöhnlichen Stand angezogen wurden.
Lin Ding, 7c, Fachgebiet Physik
Unter welchen Bedingungen liefert eine Solarzelle am meisten Strom?
Alternative Energien – für Lin ist das weit mehr als ein aktuelles Thema, es ist eine echte Leidenschaft. Bereits vor zwei Jahren beschäftigte sie sich bei Jugend forscht Junior intensiv mit Windenergie. In diesem Jahr widmete sie sich den Solarzellen.
Mit sorgfältig geplanten Messreihen, einem durchdachten und präzise umgesetzten Versuchsaufbau, klar strukturierten Plakaten und einem fachlich wie rhetorisch überzeugenden Vortrag begeisterte Lin sowohl die Jury als auch zahlreiche Besucher*innen.
Besonders beeindruckte ihr außergewöhnlich fundiertes Fachwissen, das deutlich über die Inhalte ihrer Klassenstufe hinausgeht. Um die physikalischen Zusammenhänge vollständig zu verstehen, arbeitete sie sich eigenständig in Themenbereiche ein, die normalerweise erst in der Oberstufe behandelt werden.

Für ihren ausgeprägten Forschergeist und ihre mitreißende Präsentation wurde Lin mit dem Sonderpreis des Ministeriums für Umwelt Baden-Württemberg im Wert von 75 Euro ausgezeichnet.
Stefan Bui, 7c, Fachgebiet Chemie
Saponin-Revolution: Hausmittel-Extraktion mit Profi-Wirkung
Stefan spricht Missstände nicht nur an – er packt sie an und sucht nach besseren Lösungen. Bereits vor zwei Jahren entwickelte er ein eigenes Spray gegen das Beschlagen von Brillengläsern – wirksam und deutlich günstiger als handelsübliche Produkte.
In diesem Jahr widmete er sich der Frage, ob sich Alltagsprodukte wie Waschmittel, Geschirrspülmittel, Seife, Shampoo oder Duschgel nicht ebenfalls kostengünstiger herstellen lassen. Dafür sammelte er Efeublätter und Kastanien, optimierte bestehende Extraktionsverfahren, entwickelte standardisierte Testreihen und führte zahlreiche Versuche durch. Das Ergebnis: funktionsfähige Produkte, die nicht nur marktreif erscheinen, sondern deren Herstellungskosten nachweislich unter denen vergleichbarer Produkte im Handel liegen.

Stefan überzeugte durch sein klar strukturiertes, wissenschaftlich äußerst sorgfältiges Vorgehen ebenso wie durch einen Stand, der sofort die Aufmerksamkeit auf sich zog. Auch seine Präsentation beeindruckte die Jury nachhaltig.
Sie zeichnete ihn mit dem ersten Preis im Fachgebiet Chemie sowie zusätzlich mit dem Sonderpreis Umwelttechnik aus. Damit qualifizierte sich Stefan für den Landeswettbewerb am 7. und 8. Mai 2026. Für diese nächste Runde wünschen wir ihm viel Erfolg!
Fabian Then, J1, Fachgebiet Arbeitswelt
BINtelligent
Mülltrennung ist nicht jedermanns Sache. Aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit landet Abfall häufig im falschen Behälter. Eine nachträgliche Sortierung ist jedoch aufwendig und verursacht hohe Personal- und Kostenaufwände.
Fabian setzte sich deshalb das Ziel, einen intelligenten Mülleimer zu entwickeln: Der Abfall wird in eine Einwurfklappe gegeben, automatisch erkannt und anschließend selbstständig in den richtigen Behälter sortiert. Dafür konstruierte er nicht nur ein nahezu marktreifes Gerät, sondern programmierte auch eine eigene KI, erstellte dafür zahlreiche Trainingsbilder und optimierte sein System in vielen Testdurchläufen.
Sein Stand war ein echter Blickfang. Teilnehmende, Jurymitglieder und zahlreiche Besucher*innen probierten „BINtelligent“ immer wieder aus – mit eindeutigem Ergebnis: Das System funktioniert beeindruckend zuverlässig. Selbst ein technisches Problem in der Stadthalle brachte Fabian nicht aus der Ruhe. Mit großer Sachkenntnis analysierte er die Ursache und sorgte in kürzester Zeit dafür, dass alles wieder reibungslos lief.

Besucher*innen und Jury zeigten sich gleichermaßen begeistert. Für seine herausragende Arbeit und die inhaltlich wie fachlich durchdrungene Präsentation wurde Fabian mit dem zweiten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt, sowie einem Sonderpreis (Praktikum bei Bosch) ausgezeichnet.
Text: Almut Oehrle
Bilder: Almut Oehrle, Stadt Sindelfingen

