Am 8. Juli besuchte die Klasse 10c in Begleitung von Herrn Tekin eine Gerichtsverhandlung im Amtsgericht Stuttgart. Für viele Schüler*innen war es das erste Mal, einen Gerichtsprozess mitzuerleben. Bereits beim Betreten des Amtsgerichts gab es eine kleine Überraschung: Ähnlich wie am Flughafen mussten wir unsere Sachen bei einer Sicherheitskontrolle überprüfen lassen. Anschließend ging es in den Gerichtssaal.
Verhandelt wurde ein Fall von gefährlicher Körperverletzung. Ein Mann wurde beschuldigt, einer Person eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen und dadurch eine Platzwunde sowie weitere Verletzungen verursacht zu haben.
Während der Verhandlung konnten wir beobachten, wie ein Gerichtsprozess abläuft. Besonders interessant war zu sehen, wie die verschiedenen Zeug*innen nacheinander in den Gerichtssaal gerufen und befragt wurden. Dabei fiel uns auf, dass sich ihre Aussagen teilweise widersprachen. Da das Ereignis bereits über ein Jahr zurücklag, konnten sich einige Zeug*innen zudem nur noch an wenige Einzelheiten erinnern. So wurde deutlich, wie schwierig es sein kann, einen Fall zu beurteilen und schließlich zu einem Urteil zu kommen.
Insgesamt waren ein Richter, eine Gerichtsschreiberin, eine Staatsanwältin sowie der Angeklagte und sein Anwalt anwesend. Rund vier Stunden lang wurden insgesamt sieben Zeugen befragt, bevor schließlich das Urteil verkündet wurde: sieben Monate und eine Woche Haft auf Bewährung sowie eine Zahlung von 750 Euro.
Nach der Gerichtsverhandlung hatten wir noch die besondere Gelegenheit, dem Richter und der Staatsanwältin Fragen zu stellen. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass zwischen der Aufnahme eines Falls und der eigentlichen Verhandlung häufig mindestens neun Monate liegen und sich Gerichtsverfahren auch über mehrere Tage erstrecken können.
Der Besuch im Amtsgericht war für uns sehr informativ und spannend. Wir haben uns gefreut, einen direkten Einblick in das Gerichtswesen sowie in den Ablauf einer Gerichtsverhandlung zu erhalten.
Text: Helen Gehrig, Mareike Moroff (Klasse 10c)
Bild: Deniz Tekin

