Unser Tiny Forest steht ungefähr zehn Gehminuten vom Stifts entfernt. Das ist nah genug, um mal eben hinzulaufen – aber eben doch zu weit weg, als dass man ihn vom Schulhof aus sehen könnte. Und genau das fanden wir als StiftsGrün-AG schade. Deshalb war schon früh klar: Wir wollen unseren Tiny Forest ans Stifts holen. Eine große, freie Wand auf unserem Schulhof schien uns dafür genau der richtige Ort zu sein. Nur, wie bekommt man einen Tiny Forest auf eine Wand? Mit ziemlich viel Grün, ein paar Sprühdosen und jemandem, der weiß, wie das geht. Die Idee für ein Graffiti war geboren.
Im Rahmen des Würth Bildungspreises hatten wir die Möglichkeit, über die Stiftung Würth einen Fachberater für unser Projekt hinzuzuziehen. So kam der Kontakt zum Künstler Richard Koch zustande – und aus „Wir könnten doch unseren Tiny Forest an die Wand sprühen“ wurde tatsächlich ein Plan.
Wobei: Ganz so einfach war es natürlich nicht.
Bevor auch nur eine einzige Sprühdose zum Einsatz kam, gingen erst einmal einige Mails zwischen uns und dem Künstler Richard Koch hin und her. Wir erklärten ihm unseren Tiny Forest, schickten Ideen und versuchten zu beschreiben, was wir gerne auf der Wand sehen würden. Er wiederum schickte uns Skizzen zurück, wir änderten, ergänzten und überlegten weiter.
Und dann kam der Tag, an dem aus den vielen Skizzen tatsächlich ein Graffiti werden sollte.






Richard Koch rückte dafür nicht nur mit jeder Menge Sprühdosen an, sondern auch mit einer VR-Brille. Und damit begann der Workshop schon einmal ganz anders, als wir erwartet hatten. Noch bevor die erste Farbe an der Wand war, konnten wir durch die Brille sehen, wie das fertige Graffiti später aussehen würde. Ziemlich cool – und gleichzeitig sehr hilfreich, denn so konnten wir das Motiv noch einmal direkt an seinem zukünftigen Platz betrachten.






Danach gab es erst einmal eine kleine Einführung ins Graffiti-Sprühen: Welche Farben funktionieren wie? Wie entstehen Flächen und Übergänge? Und warum sollte man die Maske besser tatsächlich aufsetzen? Richard Koch gab uns dabei viele Einblicke in seine Arbeit – bevor es dann endlich hieß: Jetzt seid ihr dran.
Wir sprühten den Hintergrund, arbeiteten an den Steinen der aufbrechenden Mauer und ließen nach und nach immer mehr Grün auf unserer Wand entstehen. Richard Koch erklärte, half und besserte natürlich auch an der einen oder anderen Stelle nach. Vor allem aber ließ er uns ziemlich viel selbst machen und hatte dabei viel Geduld mit uns.
Auch unsere Abiturient*innen waren noch einmal dabei. Eigentlich hatten sie zu diesem Zeitpunkt ihre Schulzeit am Stifts bereits hinter sich und ihre Abiturzeugnisse längst bekommen. Für diese Aktion kamen sie trotzdem noch einmal zurück. So standen am Ende wieder die Jüngeren und die inzwischen ehemaligen Schüler*innen gemeinsam vor der Wand – und machten daraus noch einmal eine richtige StiftsGrün-Aktion.



Nun bricht mitten auf unserem Schulhof eine Mauer auf und gibt den Blick auf jede Menge Grün frei. Unser echter Tiny Forest steht natürlich weiterhin dort, wo wir ihn im Frühjahr gepflanzt haben. Aber ein kleines bisschen davon ist nun immer am Stifts – und für alle sichtbar, die auf unseren Schulhof kommen.












Vielen Dank an Richard Koch, der unsere vielen Ideen in ein Motiv umgesetzt hat. Und vielen Dank an die Stiftung Würth, die uns diese besondere Aktion ermöglicht hat.
Text und Bilder: StiftsGrün-AG
