Rückblick SJ 2025/2026: Ein Abend voller Gefühle – „Eugen Onegin“ im Stuttgarter Ballett

26. August 2026

Am 10. Juli 2026 besuchte ich mit meinem Bildungspass Kultur eine Aufführung des Balletts „Eugen Onegin“ von John Cranko in Stuttgart. Da ich schon öfter Vorstellungen dieser Compagnie gesehen habe, war der Abend für mich besonders interessant. Mich fasziniert immer wieder, wie Tänzerinnen und Tänzer ohne Worte Geschichten erzählen können. Besonders beeindruckte mich die Entwicklung der Hauptfigur Tatjana.

Das Stuttgarter Ballett gehört zu den bekanntesten Ballettkompanien der Welt. John Cranko machte es ab 1961 international berühmt. Unter seiner Leitung entstand das „Stuttgarter Ballettwunder“. Cranko war vor allem für seine Handlungsballette bekannt, in denen Gefühle und Beziehungen im Mittelpunkt stehen.

„Eugen Onegin“ wurde 1965 uraufgeführt und zählt zu seinen wichtigsten Werken. Das Ballett basiert auf dem Versroman von Alexander Puschkin. Die Musik von Peter Tschaikowski unterstützt die Handlung und verstärkt die Stimmung. „Eugen Onegin“ erzählt eine Geschichte über Liebe, Reue und verpasste Chancen.

Tatjana lebt mit ihrer Schwester Olga und ihrer Mutter auf einem Landgut. Als Olgas Verlobter Lenski seinen Freund Eugen Onegin mitbringt, verliebt sich Tatjana sofort in ihn. Sie schreibt ihm einen Brief und gesteht ihm ihre Gefühle. Onegin weist sie jedoch kühl zurück.

Bei Tatjanas Geburtstagsfeier provoziert Onegin aus Langeweile Lenski, indem er mit Olga flirtet. Der Streit endet in einem Duell, bei dem Onegin seinen Freund tötet. Jahre später treffen Tatjana und Onegin auf einem Ball wieder aufeinander. Tatjana ist inzwischen mit Fürst Gremin verheiratet und selbstbewusst geworden. Onegin erkennt nun seine Liebe zu ihr und bittet um eine zweite Chance. Obwohl Tatjana noch Gefühle für ihn hat, erkennt sie dass er es nicht wert ist.

Die Rolle des Eugen Onegin wurde von Friedemann Vogel getanzt. In den Pausen haben sich viele Zuschauer darüber unterhalten, wie gut er getanzt hat. Er ist der Star des Stuttgarter Balletts, und das konnte man an seiner starken Ausstrahlung und seiner sicheren Technik deutlich sehen. Besonders beeindruckend fand ich, wie er die Figur darstellte. Am Anfang wirkte Onegin kühl, distanziert und selbstsicher. Später zeigte Vogel auch seine verletzliche Seite, als Onegin erkennt, dass er Tatjana zu spät seine Liebe gesteht. Durch Mimik und Körpersprache stellte er die innere Entwicklung und Verzweiflung sehr überzeugend dar.

Besonders faszinierend fand ich, wie die Tänzer*innen Gefühle ausdrücken konnten. Vor allem Tatjanas Entwicklung hat mich beeindruckt. Am Anfang wirkte sie schüchtern und unsicher, am Ende dagegen stark und selbstbewusst. Auch Onegin war als Figur interessant, weil er erst zu spät erkennt, welchen Fehler er gemacht hat. Dadurch wurde die Geschichte sehr tragisch und man konnte der Handlung auch ohne Vorkenntnisse gut folgen.

Der Besuch von „Eugen Onegin“ im Stuttgarter Ballett hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und mir wurde mir noch einmal deutlich, dass Ballett nicht nur aus Technik besteht, sondern vor allem Geschichten und Gefühle auf der Bühne lebendig macht.

Ich kann einen Besuch im Stuttgarter Ballett auf jeden Fall weiterempfehlen.

Text und Bilder: Julia Brehm (Klasse 10c)

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