Von Cheerleading bis Tauchen: Einblicke in ganz verschiedene Expert*innenwelten

16. März 2026

„Lauter! – Nein, leiser! – Stopp, sonst fällt sie runter!“

Erst hallt es laut durch den Raum, dann wird es plötzlich ganz still. Ein paar Sekunden später bricht wieder ein aufgeregtes Stimmengewirr aus. Der Grund für dieses Wechselspiel: Eine Gruppe Fünftklässler*innen versucht gerade, eine Spielfigur durch einen Parcours zu steuern – und zwar ausschließlich mit ihrer Stimme.

Das Prinzip ist schnell erklärt, aber gar nicht so leicht umzusetzen: Laut bedeutet, die Figur bewegt sich nach rechts. Mittlere Lautstärke lässt sie geradeaus gehen. Und wenn es ganz leise wird, biegt sie nach links ab. Gemeinsam tüfteln die Kinder daran, ihre Stimmen so zu dosieren, dass die Figur sicher ans Ziel gelangt, ohne über den Rand zu kippen.

Programmiert hat dieses Spiel Alexander aus der 11. Klasse, der an diesem Vormittag als Informatik-Experte in der Sternstunde der 5. Klassen zu Besuch ist. Und damit ist er einer von mehreren Gästen, die an diesem Tag zeigen, was es heißt, sich in einem Thema besonders gut auszukennen.

Der Gedanke dahinter begleitet die Sternstunden im Vorprofil StiftsIndividuell schon seit ihrem Auftakt einige Wochen zuvor. Anfang Februar begann das Projekt nämlich nicht im Klassenzimmer, sondern im Kino. Die Fünftklässler*innen sahen dort den Film „Checker Tobi – und die heimliche Herrscherin der Erde“. Darin reist Tobi um die Welt, weil ihn eine Frage beschäftigt, die er unbedingt beantworten möchte. Der Film zeigt dabei anschaulich: Forschen beginnt oft nicht mit einer fertigen Lösung, sondern mit Neugier – und mit dem Mut, einer Frage nachzugehen, auch wenn der Weg zur Antwort manchmal Umwege macht.

Genau daran knüpfen die Sternstunden an. Bevor die Schüler*innen eigene Themen und Fragestellungen entwickeln, geht es zunächst darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was Expertise eigentlich bedeutet.

Deshalb waren an diesem Vormittag sechs Expert*innen eingeladen. Die Gruppen wechselten nacheinander zwischen ihnen, sodass alle Kinder jede Station besuchen konnten.

Alexander (Klasse 11) erklärte, wie sein selbst programmiertes Spiel funktioniert und wie viel Informatik in unserem Alltag steckt.

Romy (Klasse 12) brachte die Welt des Cheerleadings mit – inklusive Pompons, die natürlich gleich ausprobiert werden mussten.

Enya (Klasse 8) zeigte als Schachmeisterin Strategien des Spiels und ließ die Kinder überlegen, welcher Zug auf dem digitalen Brett der nächste kluge Schritt wäre.

Henrik und Emma (beide Klasse 12), die sich beim Jugendrotkreuz engagieren, erklärten Grundlagen der Ersten Hilfe und machten deutlich, wie wichtig es ist, in Notfällen ruhig zu bleiben.

Sascha Rudolf, Inhaber des Brettspielladens „Spieletastisch“ in Schönaich, erzählte von seiner Leidenschaft für Brettspiele und davon, wie aus einem Hobby schließlich ein Beruf werden kann.

Und auch Hausmeister Herr Travagliati war als Experte dabei. Sein Thema: Nachttauchen – ein Hobby, das er gemeinsam mit seinem Sohn betreibt und über das die Kinder viele Fragen stellten.

Im Vorfeld hatten die Fünftklässler*innen in einem Logbuch Fragen gesammelt – und davon gab es eine ganze Menge: Wie programmiert man ein Spiel? Wie wird man Schachmeisterin? Was passiert beim Nachttauchen? Und wie kommt man eigentlich dazu, einen Brettspielladen zu eröffnen?

Immer wieder erzählten die Fünftklässler*innen auch von ihren eigenen Interessen und Erfahrungen.

Die Doppelstunde mit den Expert*innen hat dabei vor allem eines gezeigt:
Expert*innen gibt es überall dort, wo Menschen mit Begeisterung und Ausdauer einem Thema nachgehen.

Und die Spielfigur aus Alexanders Programm?
Die hat den Parcours am Ende tatsächlich geschafft – dank eines ziemlich gut abgestimmten Zusammenspiels aus laut, leise und konzentriertem Rufen.

Danke an alle Expert*innen, die an diesem Vormittag dabei waren!

Text und Bilder: Sternstunden-Team

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